Reformation

Eferding ist durch die Grafen von Schaunburg und nach deren Aussterben durch die Grafen von Starhemberg eine der Hauptstützpunkte der Reformation gewesen.

Ab dem Jahre 1559 predigten evangelische Prädikanten bis zur Gegenreformation in der Stadtpfarrkirche Eferding und im ausgehenden 16. Jahrhundert galt Eferding als die beste evangelische Pfarre im Land ob der Enns. Heute noch findet in Erinnerung daran am Pfingstmontag um 9 Uhr bei Schönwetter jährlich der evangelische Gottesdienst auf der Ruine Schaunburg statt.

Gegenreformation

Ein hundertjähriges evangelisches Glaubensleben wurde durch die auch in Eferding massiv einsetzende Gegenreformation ab 1624 vernichtet. Die Bevölkerung der Stadt litt unter den Kämpfen der Gegenreformation. Die beiden Anführer der Bauernkriege waren Stefan Fadinger und Christoph Zeller.

Nach dem Tod ihres Anführers Stefan Fadinger verschanzten sich die Bauern im Emlinger Holz. Hier fand ein Verzweiflungskampf der Bauern gegen die Soldaten in ihren Schwarzpanzern statt. Viele Bauern kämpften hier um ihre Freiheit.

Am 29.11.1626 war die große Schlacht der schlecht ausgerüsteten Bauern gegen die Kriegsherren im Emlinger Holz zu Ende. 3000 Bauern lagen tot auf der Wallstatt. Viele flüchteten und kamen im sumpfigen Gebiet der Donauauen um.

Die gefangenen Anführer wurden am Hauptplatz in Linz hingerichtet. Darunter war auch der 4jährige Sohn eines Bauern.

Stefan Fadinger, der am Eferdinger Friedhof (damals noch um die Stadtpfarrkirche angelegt) beigesetzt war, wurde von seinen Feinden wieder ausgegraben und im wilden Moos bei Seebach mit Zeller eingescharrt, denn hier war der Platz für verendete Tiere und über seinem Grab wurde ein Galgen errichtet.

Das Reformationspatent verlangte Rückkehr zum römisch-katholischen Glauben oder Auswanderung bis Ostern 1626. Viele, besonders westlich von Eferding wohnende Gemeindeglieder, wanderten aus. Der damalige Graf Erasmus von Starhemberg, der seiner evangelischen Lehre treu geblieben war, verkaufte seine Besitzungen und schloss sich der Auswanderung an. 1648 kehrte er krank in das Schloss Gstöttenau zurück. Dort starb er und wurde in Hellmonsödt i.M. in der Starhemberggruft beigesetzt.

Geschichte von 1559 bis 2020

1559

Evangelische Blütezeit

1559 waren alle Stadtpfarrer evangelische Prediger. Evangelisch war damals auch das Geschlecht der Starhemberger. Die Gegenreformation der Habsburger beendete diese evangelische Blütezeit.

1783

Gründungsjahr

Gründung der evangelische Gemeinde Eferding, wobei 729 Personen unterschrieben hatten.

1793

Kaiser Josef II

Kaiser Josef II

Toleranzedikt Kaiser Josef II. ermöglichte ein offenes Bekenntnis zum evangelischen Glauben.

1830

Erbauung unserer Kirche

1830 wurde die Kirche – heute noch eine der seltenen „Toleranzkirchen“ in ursprünglicher Form – unter Pfarrer Friedrich Traugott Kotschy erbaut. Die Auflagen waren, dass dieses Bethaus nicht das Erscheinungsbild einer Kirche haben durfte. So ergab sich dieser reizvolle Bau, der 3-geschossig, mit hohen Sprossen-Fenstern, ohne Turm und Glockengeläut, mit einem 50 m von der Straße entfernten Eingang errichtet wurde. Unter dieser Amtszeit des erwähnten Pfarrers fiel auch der Neubau eines Pfarr– und eines Schulhauses.

1924

Errichtung eines Schulhauses

1924 wurde ein weiteres Schulhaus, das heutige Gemeindezentrum errichtet.

1938

Einstellung des evangelischen Schulwesens

1938 die politischen Verhältnisse führten zur Einstellung des evangelischen Schulwesens.

1956

Umbau

Aufbau eines kleinen Türmchens mit Geläute 1999 Errichtung einer neuen Orgel mit 18 Registern Gleichstellung der evangelischen mit der katholischen Kirche in Österreich erst seit 1961!

1966

Errichtung eines Pfarrhauses

1966 kam ein neues Pfarrhaus dazu, das im ehemaligen Pfarrgarten, im Stadtgraben, errichtet worden ist.

1999

Orgel

1999 wurde unter großer Beachtung die neue besonders qualitätsvolle neue Orgel der Firma Felsberg/Schweiz eingeweiht.

2002

Außenrenovierung

2002 wurde die Kirche neu eingedeckt, das Türmchen wurde wieder abgebracht und die Kirche in der ursprünglichen Form wieder hergestellt. Die Kreuzsteckung schloss dieses vollendete Werk ab. Sowohl die Anschaffung der wertvollen Orgel als auch die Realisierung der Neueindeckung der Kirche waren nur möglich durch die herzliche Spendenbereitschaft und Mithilfe aller Mitglieder der Pfarrgemeinde.

2011

Innenrenovierung

Bei der großen Innenrenovierung der Kirche wurde versucht, den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. Im Erdgeschoss wurden Solnhofener-Platten verlegt und die bei der Renovierung aufgefunden Originalplatten aus der Gründungszeit in den Räumen neben und hinter dem Altar verlegt. Das Speisgitter wurde wieder an den ursprünglichen Platz gegeben und die Bänke im Erdgeschoss abgelaugt. Alles Holz wurde wieder nach ursprünglichen Rezepturen eingeölt. Der Altar und die Kanzel zur Gänze renoviert und teilweise neu vergoldet. Die Kirche wurde außen an den Sockeln saniert und die Stufen neu gemacht. Ebenso wurde ein Behinderten gerechter Zugang hofseitig errichtet. Die Zufahrtssäulen wurden neu und etwas schmäler aufgemauert, sodass die Einfahrt dadurch jetzt breiter ist. Es wurde der Hof neu geschottert und die Rose Eden neben der Gedenktafel an der Südseite neben dem Fenster der Fußwaschung gepflanzt. Die Sakristei und das Presbyterium wurden neu mit dem Holz der Eichen aus dem Emlinger Holz eingerichtet. Mehr als 10.000 freiwillige Stunden und viele Sach– und Geldspenden wurden geleistet. Es war das erste Jahr der Vakanz (ohne Pfarrer) aber es war das Jahr der großen freiwilligen Helfer. Und ein Jahr des DANKES an alle!

2020

Aktuelles

Die heutige Pfarrgemeinde erstreckt sich über die politischen Gemeinden Alkoven bis Natternbach, Aschach bis Michaelnbach, Waldkirchen und über Teile von Scharten und St. Marienkirchen. Etwa 1500 Pfarrgemeindemitglieder gehören heute zu unserer Pfarrgemeinde in Eferding, wobei die meisten Evangelischen aus den Gemeinden Alkoven, Eferding, Fraham, Hinzenbach und Pupping stammen.